5 Jahre Selbständigkeit! Ein verrückter Start und was ich daraus gelernt habe

5 Jahre Selbständigkeit! Ein verrückter Start und was ich daraus gelernt habe

Ich erinnere mich noch wie heute an den 15.12.2009: mein erster Tag als Selbständige. Ich hatte meinen ersten Auftrag, einen Workshop „Selbstpräsentation für Existenzgründer“. Das war genial!

Natürlich war ich furchtbar aufgeregt, nach dem ich Tage lang gefühlt 1.000 Flipcharts bemalt und beschrieben habe. Geschlafen habe ich in der Nacht kaum, ich ging immer wieder meine Inhalte im Kopf durch und wälzte mich nur rum. Morgens war ich wie gerädert. Und stolz wie Bolle. 

Aber als ich aus dem Fenster geschaut habe, bekam ich den Schock meines Lebens: Glatteis! Warum ausgerechnet heute???

Für die Autostrecke von einer halben Stunde habe ich 1,5 Stunden eingeplant, schließlich wollte für alle Eventualitäten vorbereitet sein. Als ich 15 Minuten vor dem Beginn des Workshops immer noch im Stau stand, war ich sehr nah am Nervenzusammenbruch. Zum Glück war mein Auftraggeber entspannt und machte kein Drama, als ich 30 Minuten nach dem Star zeit zu spät völlig abgehetzt auftauchte. (Natürlich habe ich ihn telefonisch aus dem Stau informiert.)

Ich riss die Tür in den Workshopraum auf und stürmte mit einem Schwall an Entschuldigungen rein. Drei verwirrte Gesichter schauten mich an. Statt mich vorzustellen, stieß ich nur heraus: „Und wo sind die Teilnehmer?“. Die Verwirrung in den Gesichtern steigerte sich zum Entsetzen – dabei spiegelten sie wahrscheinlich nur meinen eigenen Gesichtsausdruck wider.

Erst dann merkte ich, wie bizarr die Situation für die armen Teilnehmer sein musste, die sich im Gegensatz zu vielen anderen, die eigentlich auch hätten dabei sein sollten, bei diesem Wetter auf den Weg zu meinem Workshop gemacht haben und die 30 Minuten auf mich gewartet haben.

Und dann kam der Supergau: ein Lachkrampf. Spätestens jetzt waren sich die Teilnehmer wahrscheinlich sicher, dass sie es mit einer Verrückten zu tun haben. Ich konnte aber nicht aufhören zu lachen, je mehr ich es versuchte. Ich brachte keinen zusammenhängenden Satz heraus. Dann lief ich einfach raus. Ging zur Toilette und nach einer kurzen Zeit legte sich das Lachen.

Doch kaum war ich wieder im Raum und sah die verwirrten Teilnehmer, musste ich schon wieder anfangen zu lachen. Es war zum Verzweifeln! Irgendwann mal muss ich so komisch ausgesehen haben, dass einer der Teilnehmer auch anfing zu lachen. Und die anderen haben zumindest gelächelt. 🙂

Das löste die Situation. Ich beruhigte mich und schlug vor, wir sollen mit dem Feedback anfangen, wie ich auf sie mit meiner Aktion gewirkt habe. Zum Schluss erzählte ich, wie ich mich gefühlt habe und was alles davor passiert war. Dann machten wir mit den vergleichbaren Erlebnissen weiter, denn jeder hat schon mal eine Situation erlebt, in der er sich präsentieren sollte, und in der es nicht optimal ablieft. Und schon waren wir mitten im Thema.

Meine Flipcharts konnte ich zwar nicht nutzen, aber dafür bekam ich begeisterte Feedbacks am Ende des Workshops!

Diese Erfahrung war sehr prägend für mich. Denn heute, da ich bewusst darüber nachdenke, wird mir klar, wie wichtig sie für mich war und wie sehr sich die Erfahrungen daraus durch die ganzen 5 Jahre meiner Selbständigkeit ziehen: das ist wahre Improvisation.

Wenn ich etwas in dieser Zeit gelernt habe, dann diese 3 Dinge:

  1. Bereite dich sehr gut vor, mach dir aber klar, dass es anders kommt, als du planst.

  2. Nimm das was da ist, statt dich an deinem Plan festzuhalten.

  3. Bleib locker! Denn echte Souveränität hat nichts mit Perfektion zu tun, sondern damit, sich selbst mit den eigenen Stärken und Schwächen zu akzeptieren und mit all dem zu sich zu stehen.

Was war Ihr prägendes Erlebnis? Was haben Sie daraus gelernt? Teilen Sie es mit mir!

Herzlichst, Ihre Natalie Schnack

4 Kommentare

  • Liebe Huberta,

    vielen Dank! Wie schön, dass ich dich zum Lachen gebracht habe :-)))

    Herzliche Grüße
    Natalie
  • Das ist großartig! Ich habe sehr gelacht.

    Lieben Gruß
    Huberta
  • Liebe Sabine,

    ja, schräg war das ohne jede Frage ;-)))

    Da bin ich froh, dich zum Lachen und zum Erzählen deiner Geschichte gebracht zu haben!
    Bin sehr gespannt :-)

    Herzliche Grüße
    Natalie
  • Liebe Natalie,

    was für ein herrlich schräger Start, ich habe eben sehr gelacht :D

    Toll, dass du die Situation so gut für dich und die Teilnehmer verwandeln konntest. Und jetzt eine schöne Geschichte zu erzählen hast.

    Über meine erste absurde Geschichte sollte ich vielleicht auch mal schreiben, die war total bizarr. Das schreib ich mir mal auf meine Themenliste.

    Danke für die Erheiterung und deine Animation, auch eine Geschichte niederzuschreiben.

    Liebe Grüße
    Sabine

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Hallo, ich bin Natalie :-)

Businessmentorin für introvertierte Unternehmer, Online-Unternehmerin und Buchautorin.

Seit 2009 habe ich Hunderte Selbständige beim Businessaufbau unterstützt. Seit 2015 arbeite ich online und ortsunabhängig und pendele zwischen Nord-Deutschland und Lanzarote.

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© 2009-2018 Natalie Schnack