Wollen Sie Respekt von anderen? Wie viel Respekt haben Sie sich denn selbst gegenüber?

Wollen Sie Respekt von anderen? Wie viel Respekt haben Sie sich denn selbst gegenüber?

Seit Anfang des Jahres die Pressewelle zu meinem Buch „30 Minuten Selbstbehauptung“ da war, habe ich verstärkt Kunden, die es lernen wollen, sich auf der Arbeit gegen ihre Kollegen zu wehren.

Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass das Problem schon damit anfängt, dass Dinge, die stören, nicht (sofort) angesprochen werden. Es wird entweder immer weiter „geschluckt und in sich reingefressen“ und im Stillen gelitten. Oder es wird auf jedes „Nein zur Sache“ überempfindlich reagiert, alles wird total persönlich genommen. Das ist natürlich jetzt holzschnittartig. Die Thematik ist aber, denke ich, klar.

Oft haben diese Menschen schon alles Mögliche ausprobiert, z.B.:

  • Verhaltenstrainings, in den man bestimmte Aussagen und körpersprachliche Signale trainiert
  • Positives Denken und Reframing (positive Umdeutung bestimmter Situationen)
  • Bücher in Massen gelesen
  • ggf. Gesprächstherapien gemacht

Ohne nachhaltigen Erfolg beim Thema Selbstbehauptung, sonst wären sie ja nicht jetzt bei mir.

Von sich selbst kann man nicht fluchten

Die Fluchttendenz ist bei diesen Menschen ist oft sehr ausgeprägt – sie wollen ihren Arbeitsplatz und damit die Kollegen wechseln, in der Hoffnung, das es wo anders besser sein wird. Andererseits ist da eine große Angst davor, dass es beim nächsten Mal wieder ähnlich laufen wird, denn es gab schon viele Fluchtversuche, die missglückt sind.

Diese Angst ist hier sehr wichtig, denn sie zeigt die einsetzende Einsicht, dass man vor sich selbst nicht fluchten kann. Denn schon nach einer kurzen Zeit wird klar, dass es sich um bestimmte Muster im Leben handelt, die nicht nur das Berufliche betreffen, sondern genauso im Privaten zu finden sind.

Hier ist es für mich immer ganz wichtig, die Grenze zwischen dem, was wir im Coaching bearbeiten können und wollen und dem, was in die therapeutische Richtung deutet, klar zu ziehen und unsere Möglichkeiten aufzuzeigen. Denn hier arbeite ich viel mit den Methoden Inneres Team und Psychodrama. Und wenn man da handwerklich unsauber arbeitet, landet man in den verletzenden Kindheitserlebnissen und doktert ggf. an Traumata herum, die so gar nicht in das Coaching gehören.

Arbeit an einer konkreten beruflichen Situation

Wir nehmen uns immer eine ganz konkrete berufliche Situation vor, die exemplarisch für das ganze Thema steht. Und anhand dieser wird dann die innere Dynamik schnell deutlich: „Was wird bei mir automatisch losgetreten, wenn der Kollege das und dies sagt, das und dies tut.“ Meist sind das Teufelskreise, die nach dem Muster laufen: Je mehr er/sie …, desto mehr ich … . Allein das zu erkennen, ist schon ein ganz wichtiger Schritt in eine Richtung, die Veränderung ermöglicht. Oft höre ich dann: „Das kenne ich von meiner Mutter/meinem Vater. So war es immer und so ist es immer noch.“

Ja, natürlich laufen diese Automatismen nicht umsonst so, wie sie laufen. Es gibt für unsere Gewohnheiten gute Gründe. Doch hier ist es ganz wichtig auch zu erkennen, dass man auch an diesen Automatismen nicht schicksalhaft gebunden ist – es liegt im Rahmen eigener Möglichkeiten diese alten Muster unterbrechen zu können. Es funktioniert nicht sofort, da ist Geduld und Selbstakzeptanz angebracht.

Wenn diese „Diagnose“ steht, dann ist unsere Aufgabe im Coaching, herauszufinden, was der Punkt ist, wo dieser Automatismus einsetzt und neue Reaktionsalternativen zu finden.

Respekt vor sich selbst

Was man aber durch diese Art der Arbeit am meisten lernt, ist der Respekt gegenüber sich selbst und dem, was in einem passiert. Denn nur wenn man lernt, sich selbst und eigene Bedürfnisse wirklich ernst zu nehmen, erst dann wird man auch zeitnah Dinge ansprechen, die einen stören, statt sie sich zu verbieten. Wer sonst überempfindlich reagiert, wird  feststellen, wo der wunde Punkt ist, der zu der eigenen Überreaktion führt, und lernt das ernst zu nehmen.

Natürlich ist diese Arbeit ziemlich komplex und wird immer wieder auch über die Veränderungsphase von mir begleitet. Denn erst, wenn diese Basisarbeit solide erledigt ist, können wir nachhaltig mit den eigenen Stärken und Erfolgsstrategien, dem Status und der Selbstbehauptung auf Augenhöhe, dem klugen Verhalten und taktischem Vorgehen arbeiten, um sich sicher im System Berufsleben bewegen zu können.

Und wie steht es mit Ihrem eigenen Respekt? Also, meinen Respekt haben Sie, garantiert!

Ihre

Natalie Schnack

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Hallo, ich bin Natalie :-)

Businessmentorin für introvertierte Unternehmer, Online-Unternehmerin und Buchautorin.

Seit 2009 habe ich Hunderte Selbständige beim Businessaufbau unterstützt. Seit 2015 arbeite ich online und ortsunabhängig und pendele zwischen Nord-Deutschland und Lanzarote.

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© 2009-2018 Natalie Schnack