Berufung: Sichtbarkeit. Und warum ich nicht anders kann

Berufung: Sichtbarkeit. Und warum ich nicht anders kann

Es ist super spannend zu sehen, was meine kritische Betrachtung zum Thema Einheitsbrei-Marketing in Social Media, so alles auslöst. Ich bekomme Dankesnachrichten von Kollegen, die das genauso sehen; von Menschen, die ratlos sind und nicht wissen, wie sie nun ihr Marketing anders betreiben können; und auch von denen, die selbst nichts mit Marketing zu tun haben, sondern in Social Media privat unterwegs sind und sich völlig überfrachtet davon fühlen. Sehr interessant das so aus vielen verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Danke dafür!

In meiner heutigen Folge antworte ich auf eine Nachricht von Julia*, die auf den ersten Blick so gar nichts mit dem eigentlichen Thema "Social Media" zu tun hat. Aber auf der anderen Seite hat sie mich dazu angeregt, mich mit dem Thema Sichtbarkeit und meinem Warum noch einmal intensiver auseinander zu setzten. Und das wiederum erklärt meinen Eifer in diese Richtung sehr gut. 😃

Brieffreundin Julia*

*Name geändert

"Hallo liebe Natalie, ich habe gerade Deine neue Podcastfolge gehört. War ehrlich gesagt überrascht, eine Folge von Dir zu hören, konnte mich dann aber wieder erinnern, dass Du mir irgendwann auf Facebook auf der Suche nach Gruppen für Introvertiert aufgefallen bist und ich ebenfalls Deinen Podcast abonniert hatte.

Da ich aber noch kein Unternehmer bin, habe ich die Sache erstmal nicht weiter verfolgt.

Also höre ich heute Deine erste Podcastfolge und mein erster Gedanke war, dass Du so traurig und unmotiviert klingst und etwas Zuspruch brauchst (obwohl ich Dich gar nicht kenne und so gut wie nichts von Dir weiss).

Ich beschäftige mich (leider erst) seit etwas über einem Jahr mit Persönlichkeitsentwicklung und durch Bücher, YouTube, Podcasts und bereits 3 Seminaren dieses Jahr bin ich eigentlich ständig im Higher Self, wie man so schön sagt, und hatte eben voll das Bedürfnis, Dir helfen zu wollen.

Das klingt jetzt bestimmt verrückt, und als Introvertierte ist es für mich doch recht ungewöhnlich, auf fremde Menschen zuzugehen, aber ich habe in der letzten Zeit echt viel gelernt.

Naja, ich wollte das nur mal loswerden und Dich fragen, ob Du für das, was Du tust, noch immer "brennst", ob es wirklich noch immer Dein Ding ist im Leben, also Dein jetziges Business. Denn in Dein Podcast hast Du Dich echt ganz anders angehört.

Liebe Grüße

Julia*"

Meine Reflexion in Stichpunkten:

Was fällt mir als erstes auf? Wir sind sehr unterschiedlich und stehen an völlig verschiedenen Punkten.

Bin ich traurig? 

Ja, mich macht es traurig, diesen Einheitsbrei zu sehen. Ansonsten macht es mich eher wütend, wie "verarmt" und einseitig die Selbstdarstellungen in Social Media sind.

Ich muss nicht gerettet werden! 

Ich habe zwar keine Ahnung vom Konzept des "Higher Self", bin aber seit 10 Jahren sehr intensiv auf dem Weg meiner Persönlichkeitsentwicklung, habe viele Therapien, Selbsterfahrung und natürlich auch Ausbildungen in diesem Bereich gemacht. Und habe langjährige Erfahrung aus der Begleitung meiner Kunden. Und dabei habe ich Folgendes gelernt: Immer, wenn du das Gefühl hast, andere retten und ihnen helfen zu wollen, will eigentlich etwas in dir gesehen und gerettet werden. (Sinngemäß nach einem meiner wichtigsten Mentoren). Das gilt genauso für mich.

Brenne ich für das was ich tue? 

Berufung leben - so verstehe ich es - bedeutet keineswegs, dass mir jeden Tag die Sonne aus dem Arsch scheint ;-)

Ich gehe ja diesen Weg, auch mit der aktuellen Form des Podcast, nicht weil er einfach und easy ist, sondern weil ich dafür brenne. Sonst könnte ich auch einfach Einheitsbrei machen, wäre bequemer, so viel steht fest.

Offensichtlich ist es meine Aufgabe - wie sehr ich mich auch dagegen gewehrt habe - Menschen, denen es nicht leicht fällt, darin zu unterstützen, wahrhaft sichtbar zu werden. Weil ich aus meiner eigenen Entwicklung immer wieder vor dieser Aufgabe stand, seit meiner Geburt. Die größte Herausforderung war es für mich zu lernen, so wie ich sein zu dürfen und mich auszudrücken. Ich habe es mir mühsam erarbeitet, meine Wahrheit überhaupt erst wahrzunehmen und sie dann auch im außen zu zeigen. 

Und besonders liebe ich es, die eigene persönliche Entwicklung mit der Entwicklung des eigenen Business zu verbinden. Dafür brenne ich lichterloh! Auch wenn Berufung zu leben nichts für schwache Nerven ist. Denn eines ist klar, so bald man aus der Reihe tanzt - was zwangsläufig kommt, wenn man sein Ding macht - gibt es ganz sicher nicht so viel Beifall, als wenn man in der Reihe und Glied marschiert. 😜

Was hat es mit Sichtbarkeit in Social Media zu tun?

"Nicht alles was wahr ist, muss du sagen. Aber das was du sagst, sollte wahr sein." (frei nach Ruth Cohn) 

In diesem Sinne, freue ich mich, immer weniger Masken zu sehen und echte Menschen mit ehrlicher Meinung zu erleben.

Ich bin gespannt auf deine Meinung!

  • Was denkst du zum Thema Berufung?
  • Was denkst du über Echtheit in Social Media?

Herzlichst, Natalie 💜

2 Kommentare

  • Liebe Natalie,
    vielen herzlichen Dank für diese so authentische und ehrliche Podcastfolge. Ich bin ein großer Fan von dir und merke immer deutlicher, dass wir wohl ähnliche Wege gegangen sind. Du hast in dieser Aufnahme mit deinen Worten auch mein Leben skizziert. Seine Berufung zu leben ist auch mein Anspruch. Einfach war und ist es wirklich nicht, doch die einzige Möglichkeit. Die Gesetze in Social Media sind mir in Gänze noch nicht bekannt und so taste ich mich sorgsam vorwärts. Es ist sehr wohltuend dich als Brief- Podcast-Freundin an der Seite zu wissen. Ich schreibe auf meiner Seite meine Gedanken zum Leben und freue mich wenn ich Post bekomme. Ich bin in der glücklichen Lage nichts mehr arbeiten zu müssen, jedoch zu dürfen.
    Ich wünsche dir eine gute und segensreiche Zeit und freue mich dich wieder zu hören. Margaretha


  • Liebe Margaretha,
    herzlichen Dank für deinen Kommentar, der meine Seele wärmt! Spannend, dass wir so ähnliche Geschichten haben. Danke auch für deine Treue und Wertschätzung, sie bedeuten mir sehr viel <3
    Herzlichst, Natalie

Was denkst du?

© 2009 - 2019 Natalie Schnack