Ob du Smalltalk kannst, sagt nicht das Geringste über dich aus!

4 Kommentare

  • Liebe Natalie,

    ich vertrete zum Gesprächsstart mit einem kleinen, untiefgründigen Austausch - also zum Small Talk - eine ganz andere Auffassung. Und das liegt ganz sicher nicht daran, dass mir der Gesprächseinstieg so superleicht fällt. Im Gegenteil.

    Tatsache ist: Ich tue mich mit jedem Gesprächseinstieg schwer, wenn ich einen Menschen noch nicht kennengelernt habe.
    Und die Small-Talk-Floskeln bieten ein Ritual, das mir und meinem Gesprächspartner in dieser unsicheren Situation eine Art Geländer gibt, an dem wir uns einvernehmlich entlangbewegen können, bis wir eine gemeinsame Gesprächsgrundlage entdeckt haben.

    Es geht dabei überhaupt nicht um Inhalt - ich glaube dass darin das große Missverständnis bei Introvertierten im Bezug auf Small Talk besteht.
    Wir denken, wenn wir etwas sagen, müssten wir damit tiefe Inhalte übermitteln.
    Nö. Beim Small-Talk wollen wir nur die Zeit überbrücken, bis wir einen Menschen so weit kennengelernt haben, dass wir uns entscheiden, ob wir im weiteren Verlauf tiefe Inhalte austauschen.
    Für die Kommunikations-Fachleute unter den Lesern: Es geht um Rapport. Nix weiter.

    Ich empfinde introvertierte Mitmenschen, die das Kennenlern-Ritual als oberflächlich ablehnen, als arrogant. Aber ich gestehe natürlich jedem zu, die Kommunikations-Gepflogenheiten nicht zu nutzen und keinen netten Kontakt zu mir aufzubauen...
  • Hallo Christina,

    danke für deine Meinung. Ich kann das was du beschreibst sehr gut nachvollziehen und freue mich für dich, dass du dich mit dem Small Talk angefreundet bist. Dass du die Menschen, die solche Rituale ablehnen für arrogant hälst, ist deine subjektive Meinung, die ich akzeptiere und so stehen lasse. Ich sehe es ganz anders. Ich finde, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt und nehme mir die Freiheit solche Regeln, die ich nicht so annehmen will, nach meinem Gusto flexibel zu handhaben oder gar zu brechen. Das ist meine Meinung. Nicht mehr und nicht weniger.

    Herzliche Grüße
    Natalie
  • @Christine Winter:
    Ist doch totaler Blödsinn zu glauben, jemandem beim SmallTalk näher kennen zu lernen. Deine Aussagen diesbezüglich sind doch total widersprüchlich. Es soll nicht um Inhalt gehen sondern um Zeit zu überbrücken? Ja wie will man sich beim Geplänkel über Wetter, Tagesablauf oder Ferienpläne gross kennenlernen um eine gemeinsame Basis zu finden? Und dann noch auf lange Sicht, beispielsweise auf Arbeit wo man jeden Tag mal zusammen Kaffee trinkt oder so?

    Jemanden kennen zu lernen braucht Zeit. Und genau das fehlt dem SmallTalk. Er ist langweilig, kurzfristig und oberflächlich und meist sehr ermüdend. Zudem kann ich beim SmallTalk erzählen was ich will, etwa so wie auf die Frage "Wie geht es dir?". Wer antwortet darauf schon ehrlich? Klar, wenn es einem gut geht, ja. Aber wenn's dir mies geht und du überhaupt keine Lust hast das irgendwem an die Glocke zu hängen? "Nein mir geht es scheisse aber ich will nicht darüber reden." (?) Darauf geb ich leider nur sehr wenig.

    Ich bin der Ansicht dass ich Menschen am besten kennen lerne wenn ich ihr Verhalten beobachte, sei es als stiller Mithörer beim Kaffee in einer Gruppe oder bei der persönlichen Zusammenarbeit. Aus dem einfachen Grund weil ich so besser abschätzen kann ob sie sich auch anderen bzw. vertrauten Menschen gegenüber gleich aufführen wie mir. Ich mag falsche Menschen nicht und dies ist der beste Weg für mich persönlich intriganten Personen prophylaktisch vorzubeugen. Und das tue ich selbst dann, wenn diese Intrigen nicht mir sondern gegenüber anderen Personen stattfinden, solche Leute stoss ich sogar besonders gerne vor den Kopf noch bevor wir uns "die Hand gereicht" haben.

    Wenn ich dann das Gefühl habe mich mit Menschen zu verstehen, dann führe ich auch gerne lange oder tiefgründigere Gespräche mit Ihnen. Die suche ich mir aber auch selektiv aus, weil mir a) für Austausch mit jedermann die Kraft fehlt und b) ich im Job schon dermaßen gefordert bin mich ständig mitzuteilen, dass ich oft gar keine Lust habe meinen Mund unnötigerweise zu öffnen und mich nur noch nach Ruhe sehne. Liegt aber auch nicht zuletzt an der geringen Zeit die mir Abends frei bleibt und der nervigen, rücksichtslosen (& teilweise auch sehr extravertierten) Gesellschaft die sich im ÖV so herumtreibt.
  • Hallo PeterPan,

    danke für deinen leidenschaftlichen Kommentar, ich bin ganz bei dir! Ganz egal, was andere dazu sagen, mich nervt SmallTalk und ich habe kein Interesse daran, meine Lebenszeit mit sinnfreien Gesprächen zu verbringen.

    Herzliche Grüße
    Natalie :-)

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