Social Media Masken: Wo sind die "echten Menschen"?

Social Media Masken: Wo sind die

Als ich die Podcastfolge "Keinen Bock auf Social Media ..." aufgenommen habe, war meine Motivation einzig und allein der Wunsch, das auszusprechen, was mich die ganze Zeit ankotzt und damit komplett blockiert. So ist es eben bei mir, wenn etwas im Argen liegt, muss ich darüber reden, sonst gammelt es noch jahrelang in meinem Gehirn herum und ich bin gefühlt komplett erstarrt. Vielleicht kennst du das auch, dann sind wir schon zur zweit. 😀

Um so mehr freue ich mich, dass daraus ungewollt Neues entsteht. So wie die "Brieffreundschaften" in Form von Podcast-Folgen. Und ich habe super viele weitere Ideen, die daraus erwachsen. Lasst mir noch etwas Zeit, sie richtig zu greifen und auf die Erde zu bringen! 🤩

Aber erstmal zu meiner neuen Brieffreundin, die eine sehr spannende Sicht von Außen auf den ganzen Social Media Einheitsbrei bei Coaches mitbringt.

Brieffreundin Anna

"Ich kann das so gut nachvollziehen. Ich habe aus Interesse viele Coaches abonniert, bin jetzt seit kurz vor Weihnachten wieder aktiv (immer mal on und off) und habe jetzt schon das Gefühl, dass sich alles wiederholt. Es ist so oft, wie du schreibst, "gewollt tiefschürfend" und das kann ich in dieser geballten Ladung gar nicht gut ertragen. Es fängt mit den immergleichen und perfekten Bildern an - oft Stockphotos oder Canva (...) - und geht mit den recht ähnlichen Beiträgen weiter. Ich vermisse die Menschen hinter diesen Beiträgen. Menschen, die auch mal straucheln, schwache Momente haben, "müde sind"... stattdessen gibt es ständig Tipps, Durchhalteparolen und die ultimativen Ratschläge. Mir wird das jetzt schon zu viel. Auch dieser Mehrwert-Gedanke lastet wie Blei auf meinen Schultern. Und ich frage mich auch: Wo sind die "echten Menschen"? Instagram kommt mir nach der längeren Pause (ich war ein Jahr weg) mittlerweile wie ein reines Marketing-Tool vor. Ich gestehe... es hat mir schon mal deutlich mehr Spaß gemacht. Hm...

Liebe Grüße

Anna"

Wow, Hammer, oder?! Das ernüchtert doch gewaltig, finde ich. 🧐

Meine Gedanken als Stichpunkte:

- Wie ich mich selbst und meine Arbeit kritisch überprüfe und warum ich meine Kunden total "nerve"

- Wolltest du nicht eigentlich frei sein?

- Beiträge in Social Media sind ein Spiegel des inneren Zustandes

- Wie die "Heiligen Grals", die immer weiter gegeben werden, zur Verwässerung und Kannibalismus führt

- Mein Feed ist eine Aneinanderreihung von Imperativen

- Mein Tipp, bevor man Ratschläge an andere erteilt, sollte man sie erstmal bei sich selbst anwenden

- Aus dem Käfig heraus von Freiheit zu singen, macht sehr unglaubwürdig und zementiert die scheinheilige Welt, die man andererseits anklagt

- Sich selbst wirklich zu zeigen ist ein Prozess und ist natürlich eine große Aufgabe, besonders für viele Introvertierte

- Es ist Zeit, aufzuhören, alles "richtig" machen zu wollen und brav zu sein

- Im Moment decke ich den Stand der Dinge auf. Aber mit geht es nicht nur darum zu lamentieren, was alles doof ist. ;-) Der nächste Schritt wird folgen. Und dann werde ich darüber sprechen, wie man es schafft, wirklich etwas Eigenes und Kreatives zu schaffen und damit die richtigen Menschen zu erreichen.

Möchtest du dich an dem Thema als "Brieffreund*in" beteiligen? Ich freue mich auf deinen Kommentar oder eine Nachricht von dir!

Herzlichst, Natalie 💜

6 Kommentare

  • Liebe Natalie,

    vielen Dank für diese ehrliche Podcast-Folge, mit der Du mir aus dem Herzen sprichst.

    Ebenso wie Du beobachte ich bereits seit einiger Zeit dieses Verkaufen von Blaupausen, dieses Fake-it-till-you-make-it. Ich fühle mich erinnert an die Zeit der Goldgräber, in der die reich wurden, die die Schaufeln und Siebe verkauft haben - und schlau taten, wo denn die besten Claims zu finden sein würden.

    Die Tragödie besteht vor allem darin, dass viele den einfachen Weg suchen und damit den Bauernfängern auf den Leim gehen, die ihnen Reichtum in kürzester Zeit und ohne Umwege versprechen, wenn man nur genau ihrem Schema F folgt. Das ist nämlich genau kein Weg.

    Ich bin froh, in meinem Netzwerk Menschen wie Dich, Frauke und noch vielleicht "zwei oder drei Hände" anderer zu wissen, die ehrlich mit ihren Kunden umgehen, ihnen Wege zeigen, die für sie individuell passen und mit denen sie sich nicht verbiegen und irgendeiner Blaupause folgen müssen.

    Social Media stellen eine so große Chance für Einzelunternehmer dar, wenn sie denn richtig und individuell genutzt werden - und sind leider andererseits auch so ein Haifischbecken.

    Wie Frauke im vorhergehenden Kommentar schreibt: Der menschliche Kontakt ist unerlässlich. Wer das "social" in Social Media vergisst, verliert hier. Ja, man kann auch den anderen Weg gehen und über Ads seine Kunden finden. Das erfordert aber neben einer Menge Know how (das man sich entweder direkt einkauft oder über "Lehrgeld" erwirbt) auch gut gefüllte Kassen schon zu Beginn. Wer die nicht hat - muss nicht leer ausgehen - aber andere Wege einschlagen. Dafür sind wir dann da.

    Danke für diesen wunderbaren Impuls und Deine offene und ehrliche Art!

    Zauberhafte Grüße
    Birgit
  • Liebe Birgt,
    vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Es ist so toll für mich zu wissen, ich bin nicht die Einzige bin mit meiner Sicht, damit kann ich meine Gedanken, dass ich irgendwie mal wieder "komisch" bin, zur Seite legen :-D
    Ja, wir sind für alle diejenigen da, die eigenen Weg jenseits der Blaupausen (die ohnehin nur für die, die sie verkaufen gewinnbringend sind) gehen wollen.
    Herzliche Grüße von Lanzarote
    Natalie <3
  • Ich dachte beim Lesen: Nanu? Die Worte kenne ich doch? Ja klar. Weil ich sie geschrieben habe.^^ Da habe ich wohl in ein Wespennest gestochen . ;)

    Der Punkt "Wie ein Vogel, der im Käfig sitzt..." das hast du schön formuliert. So kommt es mir tatsächlich manchmal vor. Und für mich als Außenstehende ist die Frage: Wie sollte ich mich für jemanden entscheiden (wenn ich das wollte), wenn ich nichts habe, was für mich greifbar ist? Auf den ersten Blick wirkt alles perfekt - aber eben auch recht ähnlich, bis hin zu den Angeboten. Also schaue ich, dass es menschelt... aber das tut es eben kaum noch. Aber vielleicht wäre ich auch nur eine besonders schwierige Kundin. ;))

    LG Anna
  • Du sprichst mir so dermaßen aus der Seele. Seufz.
    Ich bin ja selbst im Bereich Marketing und Werbung unterwegs ... aber diesen Einheitsbrei will doch echt keiner sehen, oder? Wo sind die Menschen? Die Geschichten? Das ECHTE?
    Du sagst irgendwo "ärmlich" - ja. Aus Angst vor der Verwundbarkeit. Ich nehm mich da selbst nicht aus - wobei, ich gehöre zu denen, die im Zweifelsfall eher schweigen / sich zurückziehen.
    Man - nein, ich! Ich spüre, ob da "Substanz" dahinter ist, oder ob es nur noch Marketing ist. Und teilweise tut es mir weh, weil tolle Menschen plötzlich "weg" sind. Da ist nur noch Maske, leere Hülle ... das nährt mich nicht.
    Ui ui ui. Vielleicht entsteht hier gerade noch ein Blogartikel zu Deinem Briefwechsel ... ganz echt und ungeschminkt.
    Der Anstoß ist jedenfalls da - nochmal Danke dafür !!
  • Liebe Frauke,
    herzlichen Dank für deinen Kommentar und die Bestätigung. Und ich freue mich natürlich sehr auf den möglichen Briefwechsel mit dir auf deinem Blog!
    Herzliche Grüße
    Natalie <3

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