Tapfer in Social Media: Untergehen im lauten Geschrei und Schein-Sichtbarkeit?

Tapfer in Social Media: Untergehen im lauten Geschrei und Schein-Sichtbarkeit?

Auf meine letzte Podcast-Folge "Keinen Bock auf Social Media - Ich hab da mal 'ne Krise mit Marketing und Sichtbarkeit ;-)" habe ich viele Reaktionen erhalten. Kommentare auf dem Blog, Nachrichten bei Instagram, Kommentare und Nachrichten bei Facebook

Als die ersten Reaktionen eintrudelten, merkte ich, dass ich gern mehr zu sagen hätte, als ich es nur in einer schriftlichen Antwort tun würde - ich reflektiere am besten, wenn ich Dinge laut ausspreche. Und dann erinnerte ich mich an früher, als man noch Brieffreunde hatte. Und zack, war die Idee geboren, möglichst viele Nachrichten in Form von Podcast-Folgen zu beantworten. So dass wir so eine Art Pingpong machen und uns den Antworten annähern, jede/r für sich und doch mit gegenseitiger Inspiration. Ich finde die Idee sehr charmant und freue mich auf alles, was sich daraus entwickeln möge, ohne dass ich gleich ein Konzept daraus mache und versuche Dinge festzuhalten und zu kontrollieren (diese Neigung habe ich nämlich. Das Ergebnis ist meistens: Erstickte Kreativität 😉).

Brieffreundin Anne*

Also, die erste Brieffreundin ist Anne* (der Name ist geändert, denn ich möchte die Anonymität und das Vertrauen wahren).

Anne* schrieb mich an noch bevor ich auf die Folge in Social Media hingewiesen habe, ist also eine treue Podcast-Abonnentin (Danke dafür! 😍):

"Schöne Folge... komisch, mir geht's im Moment genauso......"

Darauf ich: Dankeschön! Echt? Ist ja interessant. Was geht dir denn auf den Keks?"

Anne: "Ja, dass man so an jedem Post gleich sieht: „Kauf, mich, seh mich, Kauf, was ich empfehle,.....“ bla, bla..... Immer mit den selben Sprüchen („Ich empfehle wirklich nur, was ich selber gerne mag.“ Bei dem Scheiß, der da beworben wird, kannst de das wirklich nicht glauben.) natürlich will ich auch was verkaufen, nämlich meine Dienstleistung. Und natürlich will ich auch drauf aufmerksam machen, und versuch das auch wirklich sehr individuell und ich überlege bei jedem Post, was ich dazu schreib. Lieber poste ich Nix bevor ich nur nichtssagenden Schmarrn schreib. Aber ich hab das Gefühl, dass das bei dem ganzen lauten Geschrei einfach untergeht. Naja, vielleicht täusche ich mich auch. Liebe Grüße Anne*"

Und dann noch:

"Mir ist noch was Eingefallen: Ich bin in einem Netzwerk von X-Coaches*, die Meisten stehen noch ziemlich am Anfang ihres Business, es gibt auch welche die schon länger dabei sind und schon etablierter sind. Der neueste Run ist jetzt Podcasts, jeder macht 'nen Podcast und das schärfste ist, jetzt interviewen sie sich gegenseitig. Was soll denn da neues rauskommen? Und außerdem so viel X-Tipps* gibt’s jetzt auch nicht, dass die in X Folgen vom xten X-Coach* noch spannend sein könnten. Das find ich ermüdend."

*Alles mit * ist anonymisiert

Meine Gedanken in Stichpunkten:

  • Warum ich grundsätzlich sehr sensibel auf Manipulationsversuche reagiere und dementsprechend auch auf Social Media
  • Gewaltfrei und lustvoll auf Social Media geht nur, wenn das "Muss" weg fällt
  • Warum du niemals mit kontinuierlicher Qualität "im lauten Geschrei" untergehen kannst - an eigenem Leib erlebt
  • Wie Schein-Sichtbarkeit dazu führt, dass man die ganze Zeit beschäftigt ist
  • Wann Kooperationen wirklich sinnvoll sind
  • Warum ich nur mit meinen absoluten Wunschkunden arbeiten
  • Fazit: Alles, wenn dich etwas stört - lass das weg, folge deiner Intuition und konzentriere dich auf deinen eigenen Weg!


Ich freue mich auf deine Gedanken, schreib mir entweder hier im Kommentar, oder in Social Media - denn persönlicher Austausch ist der eigentliche Wert dieser Plattformen, das ist mir jetzt besonders klar geworden 😃

Herzlichst, Natalie 💜

4 Kommentare

  • Liebe Nathalie,
    damit hast Du mich abgeholt. Ich hab auch eine Social-Media-Krise, so viele machen das Gleiche, Sichtbarkeit wird zur Unsichtbarkeit, wenn es keine Unterschiede mehr gibt. Ich kann das Wort schon nicht mehr hören. Und Leute, denen ich anfangs gern folgte, haben sich zu einer Art selbstreferenziellen Clique zusammengetan, die sich gegenseitig empfehlen und keine neuen Impulse mehr geben. Frank K. nehme ich davon aus, er ist immer noch erfrischend authentisch. Wie auch dieser Podcast von Dir und Deine erfrischende Sprache. ;) Danke dafür!
  • Liebe Susanne,
    vielen Dank für deinen Kommentar! Freu mich natürlich sehr, dass ich dich abholen konnte. Das was du beschreibst ist genau das, was ich selbst und viele, die auf meinen Podcast reagiert haben, genau so erleben. Im Versuch alles richtig zu machen geht auch hier alles an Kreativität verloren. Schade. Aber nun ist es an uns, das anders zu machen. :-)

    Herzliche Grüße
    Natalie <3
  • Ich liebe Brieffreundschaften, bei dir sind es eben jetzt sog. Post- Podcast- Freundschaften, liebe Natalie.
    Schön, dass ich dich wieder hören kann!
    Ja, das mit den gegenseitigen Interviews, mehr als unproffessionell meist, stößt mich auch ab. Besonders krass finde ich die Kongresse! Meist oberflächliche Selbstdarstellungen mit Werbeeinlage!
    Sichtbar zu sein finde ich ok. Stoße ich damit auf Resonanz gibt es auch heute noch den Weg einer persönlichen Nachricht. Dadurch habe ich schon tolle Menschen kennengelernt. Weniger ist auch heutzutage noch MEHR!
    Ein guter und ehrlicher Beziehungsaufbau ist nach wie vor eine gute und solide Geschäftsgrundlage. Großspurige Angeberei trägt keine Früchte!
    Viel Freude und Spaß weiterhin mit deinem Frage-Antwort-Podcast!
    Liebe Grüße Margaretha
  • Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Margaretha und dafür, dass du teilst, welchen Weg du gehst. Wir sind uns auf jeden Fall einig :-)
    Herzliche Grüße
    Natalie <3

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