Warum dich das schlechte Gewissen bei deiner Sichtbarkeit nicht weiter bringt

Warum dich das schlechte Gewissen bei deiner Sichtbarkeit nicht weiter bringt

 

Wie steht es eigentlich mit deinem schlechten Gewissen, wenn du nicht so viel schaffst, wie du es dir eigentlich vorgenommen hast?

Also, ich habe in den letzten 3 Wochen viel Gelegenheit dazu gehabt, mich mit einem akuten Anfall meines schlechten Gewissens zu beschäftigen.

Es ist zum Kotzen! Ja, das muss ich einfach mal so drastisch sagen. Ich hatte so viel um die Ohren, dass ich weder bloggen noch aktiv in Social Media sein konnte. Sprich, ich konnte gefühlt sehr wenig für meine Sichtbarkeit tun.

In solchen Fällen meldet sich streng mahnend meine „Qualitätsbeauftragte“ – so nenne ich die kritische Stimme in meinem Kopf. Und dieses „Es ist zum Kotzen!“ gehört sicher zu ihrem Vokabular. 😉

Natürlich hat sie Recht, wenn sie mich daran erinnert, dass ich es mir eigentlich fest vorgenommen habe, wöchentlich zu bloggen. Und klar weiß ich, dass ich neue Videos machen wollte. Einen Podcast wollte ich auch endlich starten. Außerdem sollte der E-Mail-Newsletter schon lange raus sein. Und auch die Entwicklung meines ersten Online-Coachings-Programms geht viiiel langsamer voran als gedacht.

Andererseits wollen wir mal festhalten:

  • Meine neue Webseite ist, wie beim letzten Mal angekündigt, am Freitag, dem 13.03. online gegangen.
  • Drei der letzten Blogbeiträge sind zusätzlich zum Text auch als Audio erschienen.
  • Ich habe eine neue Facebook-Gruppe „Introvertiert sichtbar“ gegründet. Kommen Sie gern vorbei und machen Sie mit!
  • Ich habe die einjährige, wirklich sehr intensive Psychodrama-Ausbildung abgeschlossen
  • und eine tolle Party zum 50. Geburtstag meines Mannes mitorganisiert,
  • ganz abgesehen von einem sehr aufwändigen Projekt, das ich seit Anfang des Jahres leite: Die erste Veranstaltung der Reihe Echt Stark! Frauen im Business am 04.06.2015 in Marstall Ahrensburg. Das Thema ist: GELD & KARRIERE. Hier findest du Informationen dazu.
  • Und das alles neben dem Alltagsgeschäft.

Puh, das war und ist nach wie vor alles wirklich sehr viel Arbeit. Trotzdem hagelte es zwischendurch interne Kritik.

Kommt es dir bekannt vor? Das kann ja alles Mögliche sein:

  • Im Meeting nicht so oft zu Wort gemeldet, wie vorgenommen?
  • Das gedrehte Video nicht veröffentlicht?
  • Den Chef nicht nach mehr Gehalt oder den Kunden nach einem höheren Preis gefragt?
  • Wieder dem Kollegen die Ergebnis-Präsentation überlassen und so hat er wieder die Lorbeeren eingeheimst?
  • Eine wichtige Veranstaltung aus Unlust abgesagt?

Was ist es bei dir? Rattert es schon?

Ich sage dazu so viel: Das bringt nichts Gutes.

4 Gründe, warum dein schlechtes Gewissen dich nicht weiter bringt:

Grund Nr. 1: Es kratzt an deinem Selbstwertgefühl

Einen auf den Deckel zu kriegen, ist nie angenehm, und man fühlt sich schnell abgewertet. Erst recht dann, wenn dieses ewige Herumgemaule im eigenen Kopf stattfindet, weil man sich dem nur schwer entziehen kann. Das führt dazu, dass man unter diesem Einfluss anfängt, alles Mögliche anzuzweifeln. Man glaubt nicht mehr an die eigenen Fähigkeiten und den Erfolg eigener Ziele. Man fängt an, die bereits getroffenen Entscheidungen zu hinterfragen. Kurzum, das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit leiden darunter.

Diese brauchst du aber für deine Sichtbarkeit!

Grund Nr. 2: Es bremst deine Kreativität und raubt dir die Zeit

Wer angemault wird, hat schlechte Laune. Und wer schlechte Laune hat, ist nur selten kreativ. Man muss gut drauf sein, um neue Ideen zu entwickeln oder das, was man sich vorgenommen hat, umzusetzen. Man muss Leidenschaft spüren, motiviert sein. Du kennst doch sicher Momente, in denen du nur so sprühst und dir etwas Tolles gelungen ist. Wann war das zuletzt? Wie ging es dir da? Genau! Du warst bestimmt super drauf.

Wenn du aber schlecht drauf bist und versuchst, dich dazu zu zwingen, gefälligst kreativ zu werden, dann setzt du immer wieder an, kommst nicht weiter, machst dann lieber etwas anderes, fängst wieder an, kommst nicht weiter … Du drehst dich im Kreise und kommst nicht vom Fleck.

Da hat der Kritiker wieder ordentlich Angriffsfläche – sehr ungünstig!

Grund Nr. 3: Du produzierst Ergebnisse mit dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“

Wenn du trotz der fehlenden Kreativität aus Pflichtgefühl Dinge machst, dann stell dich darauf ein, dass das, was am Ende herauskommt, kein wirklich großer Wurf sein wird. Es wird nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen dem Vorgenommenen und Umgesetzten haben.

Pflicht sieht halt nach Pflicht aus. Da fehlt es einfach an Leidenschaft und Inspiration. Das merken die Menschen, mit denen du zu tun hast. Garantiert. Und das alles, nach dem du dich so richtig durchgequält hast?

Muss nicht sein!

Grund Nr. 4: Du siehst verbissen aus 😉

Und dann schau dich gleich mal im Spiegel an – verbissen?! Natürlich. Wenn der Kritiker im eigenen Kopf das Ruder übernommen hat, dann sieht man ihn/sie auch äußerlich. Also, ich habe keine Lust auf Dauer so wie die Dame links oben im Bild auszusehen. Lieber habe ich Lachfalten. Und du?

Jetzt weißt du, warum das schlechte Gewissen nichts bringt. Das ist übrigens nichts, was ich mir im Anflug meiner Kreativität ausgedacht habe. Ich liefere dir brandheiße Erkenntnisse, die ich am eigenen Leib erlebt habe. 😉

So, und jetzt geht es darum, wie du aus der Sache wieder möglichst schnell herauskommst!

 

4 Schritte, mit denen du dein schlechtes Gewissen auflöst:

Schritt Nr. 1: Lass es zu Wort kommen und hör richtig zu

Eigentlich hat man uns es ja abgewöhnt, uns selbst wahrzunehmen und unseren Befindlichkeiten zuzuhören. Schließlich soll man nicht jammern, alles immer positiv sehen und sich SMARTe Ziele definieren. Wir durften schon als Kinder nicht jammern und heute als Erwachsene sowieso nicht mehr.

Doch das hilft nichts. Die inneren kritischen Stimmen melden sich ja trotzdem, auch und gerade dann, wenn man versucht sie zu verdrängen. Im Gegenteil, sie werden immer lauter und destruktiver. Wie die quengelnden Kinder, die keine Beachtung bekommen.

Daher, wenn du dich wie ich gerade mit einem Anflug von interner Kritik auseinandersetzt, nimm dir ein Blatt Papier und lass nur diese kritische Stimme zu Wort kommen. Lass sie so richtig vom Leder ziehen. Nach max. 3 Minuten stellst du dann dieser Stimme folgende Fragen:

  • Was ist dir besonders wichtig?
  • Was befürchtest du?
  • Wovor willst du mich bewahren?
  • Was brauchst du von mir, um dich zu beruhigen?

Schritt Nr. 2: Mach einen Realitäts-Check

Es gibt sicher auch Gegenstimmen, die sich in deinem Kopf zu Wort melden, auch wenn sie vielleicht nur ganz zart und leise sind. Bei mir ist das die Faktenfrau, die ganz genau weiß, was ich alles tatsächlich erledigt habe. Sie ist also ganz anders als die Qualitätsbeauftragte, die penibel darauf achtet, was alles noch fehlt oder nicht richtig ist, und bildet damit das wichtige Gegengewicht.

Jetzt lass also die Stimme in deinem Kopf zu Wort kommen, die hier realistisch darlegen kann, was dir schon gelungen ist, was alles positiv ist. Schreib das alles auf.

Lass es nicht zu, dass die kritische Stimme sich immer wieder dazwischen mogelt, das machen sie nämlich ganz gerne ;-). Bitte sie, einfach zur Seite zu treten, um alle Fakten sammeln zu können.

Schritt Nr. 3: Triff verbindliche Vereinbarungen

Nun gilt es, zwischen euch dreien, also zwischen dir als Oberhaupt des Ganzen und deinen beiden Anteilen – dem kritischen und wohlwollenden -, eine verbindliche Vereinbarung zu treffen. Nämlich, was soll bis wann umgesetzt werden und unter welchen Umständen. Dabei sollen alle Parteien zumindest befriedet, wenn nicht sogar zufrieden aus dieser Verhandlung herausgehen.

Wenn du dir also max. eine halbe Stunde Zeit nimmst, um diese drei Schritte umzusetzen, dann wirst du sehen, dass du ganz schnell für Ruhe in deinem System gesorgt hast.

Schritt Nr. 4: Entfache deine Leidenschaft

Jetzt gilt es, in den Fluss zu kommen. Wie schon zum Thema Kreativität geschrieben, wirst du dann mit Freude die vorgenommenen Dinge umsetzen, wenn du die Leidenschaft spürst.

Also steigere dich sich jetzt mal richtig hinein, warum das toll ist. Das hilft dir sehr, wieder in den Tritt zu kommen.

So ist es mir auch ergangen. Als ich die interne Verhandlung erfolgreich abgeschlossen habe, entschied ich mich, das aufzugreifen und meine Erfahrungen in diesem Artikel mit dir zu teilen. Und ich hatte mächtig Spaß dabei!

Neigen wir, Introvertierte, zu mehr Attacken von schlechtem Gewissen?

Diese Frage drängte sich mir förmlich auf.

Wie ich darauf kam? Na ja, wir wissen ja, dass unser Gehirn viel mehr Aktivität in den Regionen aufweist, die für das „sich-Sorgen-machen“ stehen. Da kann es doch sein, dass wir uns grundsätzlich viel mehr Gedanken um alles Mögliche machen und auch dazu neigen, sehr kritisch mit uns umzugehen.

Ich habe noch keine abschließende Antwort darauf. Was denkst du? Schreib bitte einen Kommentar dazu!

Und jetzt bist du dran:

Ich freue mich sehr darauf, zu erfahren, ob und welche Erkenntnisse du für dich aus diesem Artikel gezogen haben. Wie gehst du sonst mit deinem schlechten Gewissen um?

Teil deine Erfahrungen, ich freue mich darauf!

Herzlichst, Natalie  🙂

 

Bildquelle: Pixabay.com – PublicDomainPictures

2 Kommentare

  • Hallo Natalie,
    ich würde mich gerne in deine facebookgruppe aufnehmen lassen, auf deinen Link oben erhalte ich aber eine Fahlerledung und bei face book erhalte ich auf die Suche keinen treffer.
    LG Anke
  • Hallo Anke,

    jetzt muss es wieder funktionieren mit dem Link. Ich freue mich auf dich in der Gruppe!

    Herzliche Grüße
    Natalie

Was denkst du?

Hallo, ich bin Natalie :-)

Businessmentorin für introvertierte Unternehmer, Online-Unternehmerin und Buchautorin.

Seit 2009 habe ich Hunderte Selbständige beim Businessaufbau unterstützt. Seit 2015 arbeite ich online und ortsunabhängig und pendele zwischen Nord-Deutschland und Lanzarote.

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© 2009-2018 Natalie Schnack