Und worauf warten Sie, bevor Sie etwas ändern?

Und worauf warten Sie, bevor Sie etwas ändern?

Kugel hinter sich schleppenIch finde, dass die beste Erkältung ist, wenn sie heftig und kurz ist. Dann bleibt mir nichts anderes über, als im Bett zu bleiben und mich richtig auszukurieren. Ganz anders als bei diesen schleppenden Geschichten, so wie ich sie gerade habe: seit fast zwei Wochen laboriere ich mit einem hartnäckigen Husten herum. Nur da ich kein Fieber habe und an sich mich nicht ganz so elendig fühle, trete ich kein bisschen kürzer. Das schlaucht. Und eine wirkliche Besserung ist nicht in Sicht. Da hilft nur, „Stop“ zu sagen und sich Zeit zum Auszuruhen zu nehmen, und vielleicht sogar den Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich mache das aber wirklich erst dann, wenn nichts mehr geht.

Wie oft schleppt man sich auch im (Berufs-) Leben mit unnötigem Ballast herum?

  • Da ist dieses Problem mit dem Chef, dass seit Jahren an Ihren Nerven zerrt?
  • Da ist diese Unzufriedenheit mit der Webseite, die endlich mal aktualisiert werden muss?
  • Da ist die Auftragslage, die seit Jahren vor sich hin dümpelt, ohne dass ein Durchbruch abzusehen ist?
  • Da ist dieses Gefühl der Ungerechtigkeit, weil die versprochene Gehaltserhöhung immer noch auf sich warten lässt?

Was ist es bei Ihnen? Was fühlt sich nach einer Riesenkugel am Fuss, die Sie hinter sich her schleifen? Wählen Sie die erste „Kugel“, die Ihnen spontan einfällt.

Jetzt ist DIE Gelegenheit, anzuhalten und sich mit den Thema zu befassen!

Nehmen Sie sich dafür ca. 10 Minuten Zeit, einen Blatt Papier und Stifte.

Wie groß ist Ihre Unzufriedenheit?

Skala 0-10

Als erstes zeichnen Sie eine Skala von 1 bis 10 auf Ihr Blatt und markieren spontan und ohne groß nachzudenken den Wert, den Ihre Unzufriedenheit mit der ausgewählten Situation derzeit erreicht hat. Es geht darum, Ihr ganz subjektives Gefühl dazu wahrzunehmen und nicht um Richtig oder Falsch.

Und jetzt schreiben Sie stichpunktartig Kriterien auf, woran Sie merken, das Ihre Unzufriedenheit diesen Punktwert erreicht hat.

In meinem Beispiel mit der Erkältung habe ich das am Samstag gemacht und mich spontan für den Unzufriedenheits-Wert entschieden.

Die Kriterien, woran ich diesen Punktwert festmachte, waren:

  • Der Husten nervt mich besonders in der Nacht, weil ich dadurch sehr schlecht schlafe.
  • Deswegen bin ich auch am Tage schlapp und müde.
  • Durch das ständige Husten tut mir schon alles weh.
  • Es wird einfach nicht besser.
  • Ich habe die Befürchtung, dass wenn der Husten nicht behandelt wird, er chronisch werden könnte.
  • Es stehen viele Termine an, bei denen ich fit sein will.

Nach dieser Klärung habe ich mich entschieden, Schlagermove ausfallen zu lassen und mir einen ganzen Tag Bettruhe verordnet. Zwar ist dadurch der Husten noch nicht ganz weg, aber heute merke ich eine signifikante Verbesserung und stufe daher meine Husten-Unzufriedenheit jetzt bei 2 ein.

Ich habe also mit einer bewussten Auseinandersetzung und dem daraus resultierenden konsequenten Handeln meine Unzufriedenheit um sage und schreibe 5 Punkte verbessert!

Was sind Ihre Konsequenzen?

Jetzt, da auch Sie Ihr Problem unter die Lupe genommen haben, welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Ist Ihr Unzufriedenheits-Wert hoch genug, damit Sie endlich in Aktion kommen und es beheben?

Wenn nicht, dann machen Sie sich Gedanken dazu, bei welchem Wert Sie bereit wären, sich damit wirklich zu befassen und zu lösen? Und welche Kriterien dafür ausschlaggebend sind.

Also, was muss noch passieren, damit Sie wirklich Ihre „Kugel“ ernsthaft loswerden wollen?

Und wenn Sie ganz ehrlich zu sich sind und vielleicht feststellen, dass Sie Ihr Problem gar nicht wirklich lösen wollen, dann ist das auch ok und zudem eine sehr wichtige Erkenntnis. Denn dann können Sie es sich ein- und zugestehen und dabei belassen. Weil das Problem offensichtlich es gar nicht Wert ist, dass Sie sich weiter davon die Laune vermiesen lassen ;-).

Herzlichst

Ihre Natalie Schnack

Ps. Um zum Arzt zu gehen, müsste meine Unzufriedenheit bei mindestens 9 sein, das weiß ich jetzt.

 

 

4 Kommentare

  • Hallo Frau Grahovac,

    vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg bei der Suche nach dem, was Sie möchten!

    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack
  • Hallo Frau Schnack,
    so ähnlich habe ich es auch auf einer Schweizer Seite für HSP gelesen.
    Dieses Warten auf Änderung trug ich lange Zeit mit mir rum, es war eine Passivität entstanden.
    Durch eine radikale Wendung im Berufsleben konnte ich einiges loslassen. Und ja, ich möchte mir bis Ende des Jahres Zeit nehmen, das zu finden, was ich für die Zukunft möchte.
    Liebe Grüße
  • Liebe Frau Hampel,

    vielen Dank für Ihren Kommentar! Freue mich sehr, dass Ihnen der Artikel so gefällt, dass Sie ihn sogar weiter empfehlen :-)

    Ich wünsche Ihnen ein schönes, zufriedenes Wochenende

    Natalie Schnack
  • Hallo Frau Schnack,

    ein sehr schönes Beispiel zum Thema! Meine aktuelle Blogserie befasst sich ebenfalls mit der Unzufriedenheit. Im Rahmen dessen binde ich Ihre Artikel gerne in die begleitende Facebook-Serie ein. Viele Grüße! Dagmar Hampel

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Hallo, ich bin Natalie :-)

Businessmentorin für introvertierte Unternehmer, Online-Unternehmerin und Buchautorin.

Seit 2009 habe ich Hunderte Selbständige beim Businessaufbau unterstützt. Seit 2015 arbeite ich online und ortsunabhängig und pendele zwischen Nord-Deutschland und Lanzarote.

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