Hilfe! Ich komme abends nicht ins Bett und morgens nicht aus den Federn

Hilfe! Ich komme abends nicht ins Bett und morgens nicht aus den Federn

Inhalt dieser Folge:

  • Und ewig grüßt das Murmeltier: Warum komme ich nicht ins Bett? Warum komme ich nicht aus den Federn?
  • Radikale Erlaubnis als Methode und meine Sicht auf den Menschen
  • Mist, warum bin ich nur nicht rechtzeitig ins Bett gegangen 🥱
  • Schon wieder liegen geblieben - was soll das?!
  • Muster, Mustern, Muster überall: Ich sehe Muster, ich höre Muster, ich rieche Muster ... 😉
  • Wächter-Dynamik: Wenn der innere Kritiker und innere Rebell miteinander kämpfen
  • Wie die Arbeit mit inneren Teilen leider oft läuft
  • Das machen wir ganz anders in der Radikalen Erlaubnis
  • Der erste Schritt: Erkennen dieser inneren Dynamik
  • Radikale Entspannung: Wenn alles sein darf, hört der innere Kampf auf
  • Persönliche Erfahrungen und Experimente: Wie du dein eigenes Verhalten verstehen kannst
  • Entspannter Umgang mit den inneren Wächtern: Eine neue Perspektive gewinnen
  • Ich mag es, wenn es mehr Fragen als Antworten gibt

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Zeichnung, auf die ich mich bezog:

Darstellung Waechter innerer Kritiker innerer Rebell Natalie Schnack


Transkript dieser Folge:

Hallo und ganz herzlich willkommen zurück in meinem Podcast, in dem ich über das Leben und das Business für radikal entspannte Unternehmerinnen und Unternehmer schnacke. Mein Name ist Nathalie Schnack, und alles, worüber ich spreche, steht unter dem Motto "radikal entspannt". Heute setze ich die Serie "Die Schlafserie" fort mit dem Thema, das mir im Verlauf dieser Woche zurückgemeldet wurde. Es geht um die letzte Folge zum Thema Schlafen, in der wir über die Hygienefaktoren gesprochen haben. Daran schließt dieses Thema an.

Und ewig grüßt das Murmeltier: Warum komme ich nicht ins Bett? Warum komme ich nicht aus den Federn?

Ich habe einige Rückmeldungen dazu bekommen, dass einerseits einige Leute nicht rechtzeitig ins Bett kommen, obwohl sie wissen, dass sie am nächsten Morgen früh aufstehen müssen. Das ist natürlich nichts Besonderes und auch nicht sonderlich interessant. Es kann vorkommen, dass man trotzdem spät ins Bett geht, sei es aus Gewohnheit, weil man bis spät in die Nacht arbeitet oder aus anderen Gründen. Dies kann bei vielen Unternehmern oder Unternehmerinnen der Fall sein. Andererseits gibt es auch das Problem, dass man zwar rechtzeitig ins Bett kommt und durchschläft, aber morgens einfach nicht aus dem Bett kommt, obwohl genug Zeit vorhanden ist. Heute werden wir über diese Dynamiken sprechen.

Hinweis: Diesen Podcast gibt es sowohl als Audio, als auch als Video und als Text

Bevor ich jedoch in das Thema einsteige, möchte ich einen kurzen Hinweis geben. Alle Folgen sind sowohl als Audio-Podcast auf verschiedenen Plattformen als auch als Video auf YouTube verfügbar. Die Videos enthalten zusätzlich Gestik und Mimik, die in der reinen Audio-Version eventuell fehlen können. Die Links zu den Plattformen und den Videos sind auf meinem Blog zu finden, wo es auch das ausführliche Transkript gibt.

Radikale Erlaubnis als Methode und meine Sicht auf den Menschen

Jetzt möchte ich in das Thema einsteigen und gleichzeitig eine kleine Einführung in die Methode geben, mit der ich arbeite: die radikale Erlaubnis. Diese Methode zeigt, wie ich Menschen, ihre Psyche und Probleme betrachte. Die Menschen kommen zu mir, weil sie ein Problem haben und nicht, weil sie vor Glückseligkeit nicht wissen, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen. Sie kommen zu mir, weil sie das Gefühl haben, nicht voranzukommen oder sich immer wieder im gleichen Kreis zu drehen.

Mist, warum bin ich nur nicht rechtzeitig ins Bett gegangen 🥱

In der letzten Folge sprachen wir über die Hygienefaktoren beim Schlafen, und heute geht es darum, dass einige Rückmeldungen eingetroffen sind. Es geht einerseits darum, dass man nicht rechtzeitig ins Bett kommt, obwohl man am nächsten Morgen früh aufstehen muss. Wenn man weder besseren Wissens immer wieder zu spät ins Bett geht, kann es verschiedene Gründe dafür geben. Es spielt dabei keine große Rolle, ob man nicht ins Bett kommt, weil man nicht aufhören kann zu arbeiten, oder wegen Netflix etc. was zwei verschiedene Facetten der gleichen Dynamik sind, über die wir hier sprechen werden.

Schon wieder liegen geblieben - was soll das?!

Die andere Seite davon ist, dass man zwar rechtzeitig ins Bett kommt und durchschläft, aber morgens einfach nicht aus dem Bett kommt, obwohl genug Zeit vorhanden ist. Wir werden uns diese Dynamik genauer anschauen und darüber sprechen.

Schlafen ist nicht das Hauptthema, mit dem meine Kunden zu mir kommen. Ich bin ja kein Arzt und keine Schlaf-Forscherin, aber es ist fast immer ein begleitendes Thema.

Muster, Mustern, Muster überall: Ich sehe Muster, ich höre Muster, ich rieche Muster ... 😉

Es geht in meiner Arbeit ja überwiegend um bestimmte Muster, die Unternehmer* belasten und nerven. Unabhängig vom Thema, das wir heute besprechen, wie zum Beispiel das Problem, nicht rechtzeitig ins Bett zu gehen, obwohl man müde ist und am nächsten Morgen aufstehen müsste, betrachte ich immer die Person als eine Ansammlung von inneren Teilen. Und alle inneren Vorgänge, wie Emotionen, Gedanken, körperliche Empfindungen betrachte ich immer im Licht der Dynamik zwischen diesen Teilen. Am spannendsten sind Dynamiken, die immer wieder auftauchen - das sind dann Muster.

Wenn wir dieses ein einfach zu verstehendes Beispiel nehmen:

Aussage: "Ich weiß, dass ich ins Bett muss, weil ich früher Morgen aufstehen muss, (erkennen wir, dass hier viele "Muss"-Formulierungen enthalten sind) Aber dennoch schaffe ich es nicht, immer rechtzeitig ins Bett zu gehen. Ich bleibe oft zu lange wach, sei es durch Arbeiten oder wegen Netflix oder anderen Gründen." Allein hier können wir erkennen, dass es hier mindestens zwei innere Teile in uns gibt, die  gegeneinander stehen. Das eine Teil erzählt, was man alles MUSS und analysiert auch, was dafür gesorgt hat, nicht das getan zu haben, was man MUSS. Es gibt also einen anderen Teil, der dagegen arbeitet, sonst würden wir es ja einfach tun. Wo kein Widerstand ist, wo nichts im Wege steht, gibt es das Problem ja gar nicht.

Wächter-Dynamik: Wenn der innere Kritiker und innere Rebell miteinander kämpfen

Wir nennen diese beiden Teile in der radikalen Erlaubnis grundsätzlich die "Wächter". Diese Teile schützen uns vor etwas, das nicht gefühlt werden soll, wie Ängste, Trauer usw. Sie sorgen dafür, dass wir diese Gefühle nicht zulassen. Einer dieser Wächter ist der innere Kritiker, der uns permanent antreibt und uns ständig sagt, was wir müssen, was wir tun sollten. Er spricht in imperativen Formulierungen und setzt uns unter Druck, droht mit Konsequenzen und beschimpft uns sogar. Die Meisten hören diese innere Stimme nicht, fühlen sich nur bescheiden, wenn sie sehr aktiv ist.

Das Gegenstück zum inneren Kritiker ist der innere Rebell. Er setzt sich gegen die Anforderungen des inneren Kritikers zur Wehr und möchte die Dinge auf seine eigene Weise tun, am liebsten aber gar nichts tun. Je stärker der innere Kritiker ist, desto stärker ist auch der innere Rebell als Gegengewicht. Diese Dynamik führt zu einem ständigen Hin und Her in unserem Inneren und kann sich immer weiter hochschaukeln. Es fühlt sich an, wie wenn man volle Pulle Gas gibt und gleichzeitig die Bremse zieht im Auto. 

Egal ob es um das Schlafen, um Suchtverhalten oder andere Probleme geht, diese gleiche Dynamik ist immer präsent. Es gibt eine Instanz in uns, die sagt "du musst", und eine andere Instanz, den inneren Rebell, der dagegen aufbegehrt und sagt "Stopp, ich mache das sowieso nicht, ich mache es so, wie ich es will und erst dann, wann ich es will".

Deshalb bleiben wir trotz besseren Wissens oft sehr lange im Bett liegen, obwohl wir Termine haben oder Dinge zu erledigen sind. Der erhobene Zeigefinger des Inneren Kritikers ist immer da, aber wir handeln trotzdem im Widerspruch zu dem, was wir müssen. Wir bleiben im Bett liegen, rebellieren gegen äußere Anforderungen und halten uns nicht an Pläne oder Regeln.

Wie die Arbeit mit inneren Teilen leider oft läuft

Üblicherweise in Arbeit mit den inneren Teilen versucht man oft, sich selbst gut zuzureden, zu motivieren oder sich zu zwingen, indem man mit Belohnungen oder Bestrafungen arbeitet. Motivationsgurus mit ihren "erfolgreichen Routinen" werden herangezogen, um den inneren Kritiker zu befriedigen. Andererseits gibt es das andere Extrem, das Aussteigen aus der Gesellschaft und sich gegen jegliche Zwänge und Verpflichtungen auflehnen möchte. Doch egal auf welcher Seite der Wippe wir uns befinden, wir werden nicht wirklich glücklich, da uns immer das andere einholt - das Imperium wird immer wieder zurück schlagen.

Das machen wir ganz anders in der Radikalen Erlaubnis

Die innere Erlaubnis, alles zu fühlen und überhaupt alles zu dürfen, ist wichtig, solange wir niemanden verletzen oder uns und anderen keinen Schaden zufügen. Wichtig zu verstehen: Die Dynamik zwischen dem inneren Kritiker und dem inneren Rebell ist zementiert und kann nicht einfach mal eben verändert werden. Das ständige Versuchen, uns und unsere Psyche umzuerziehen/umzuprogrammieren oder zu ändern, wird scheitern, denn es spielt genau in diese Dynamik hinein. Diäten, Neujahrsvorsätze und ähnliche Dinge sind oft zum Scheitern verurteilt, da sie den Kampf zwischen den inneren Kritiker und Rebell weiter anheizen.

Es gibt keine Möglichkeit der Auflösung dieser Dynamik. Wie können unsere inneren Teile, die bestimmte festverankerte Muster in unserer Psyche und dem Nervensystem verankert sind, weder kündigen, noch loswerden. Die Realität des Lebens und die Verantwortung dafür müssen bewältigt werden, und gleichzeitig dürfen wir uns auch erlauben, Freude und Leichtigkeit zu empfinden. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden inneren Kräften zu finden. Das können wir nur dann,  wenn wir diesen Teile radikal zu erlauben, so zu sein, wie sie sind.

Der erste Schritt: Erkennen dieser inneren Dynamik

Was wir tun können, ist als erstes den ersten Schritt zu erkennen, dass es in mir zwei widerstrebende Kräfte gibt. Ich kann sehen, dass es einen Teil in mir gibt, der sagt, ich muss ins Bett gehen und morgen aufstehen, und ich bin der Raum, in dem diese ganze Dynamik sein darf, genauso wie sie ist. Diese Teile dürfen genauso da sein, mit ihrer Logik, mit ihrem jeweiligen Blick auf die Welt und mit ihrer Agenda. ICH als Ganzes bin jedoch weder der innere Kritiker noch der innere Rebell, sondern ich bin der Raum, in dem diese beiden Teile (und alle anderen) bewusst wahrgenommen und radikal erlaubt da zu sein, genauso wie sie sind und zwar für immer. 

(Ich weiß, die meisten denken jetzt: ABER ..., ja, am Anfang ist es komisch, weil wir solche Bedingungslosigkeit überhaupt nicht kennen. Hat man sich daran gewöhnt, eröffnet es eine komplett neue Welt für die Selbstwahrnehmung.)

Radikale Entspannung: Wenn alles sein darf, hört der innere Kampf auf

Sobald ich diese Dynamik in mir erkenne, werde ich nicht mehr von einem der Teile getrieben, und ich kann in die Entspannung kommen. Die Entspannung kommt von selbst, wenn beide Teile nicht mehr um Aufmerksamkeit oder Recht kämpfen müssen. Ich betrachte dies als lebendige Wesen, keine abstrakte Theorie. Jeder Teil in mir hat seine Berechtigung und seine Agenda.

Um mich von diesem inneren Kampf zu lösen, sage ich mir bewusst, dass ich der Raum bin, in dem alles sein darf. Ich kann mich von diesem Druck und der Anforderung des inneren Kritikers trennen und somit Raum für die andere Seite schaffen. Dadurch entspannt sich mein Körper, mein Blick weitet sich, und ich kann eine neue, frische Entscheidung treffen, ohne von einem der Teile dominiert zu sein.

Persönliche Erfahrungen und Experimente: Wie du dein eigenes Verhalten verstehen kannst

Es geht darum, mit dieser Dynamik zu spielen und sich selbst zu erlauben, beide Seiten anzuerkennen und da sein zu lassen. Wenn ich nicht ins Bett komme, erlaube ich mir zu erkennen, dass ein Teil von mir wirklich nicht aufstehen will und sich gegen das Diktat und das "Muss" auflehnt. Der innere Rebell rebelliert gegen das System, in dem ich bin, sei es ein äußeres System oder Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Dynamik oft nicht nur gegen äußere Zwänge gerichtet ist, sondern auch gegen innere Begrenzungen und Anforderungen, die wir uns selbst auferlegt haben. Die Arbeit besteht darin, beide Seiten anzuerkennen und zu erlauben, dass sie da sind. Es ist ein Prozess, in dem ich lerne, nicht mehr gegen mich selbst zu kämpfen und mich in dieser Akzeptanz und Entspannung zu üben.

Entspannter Umgang mit den inneren Wächtern: Eine neue Perspektive gewinnen

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es mir wirklich geholfen hat, wenn ich mir die Zeit genommen habe, mich von dieser Dynamik ein Stück zu distanzieren. Nicht, um zu sagen, dass das nichts mit mir zu tun hat und ich frei von all diesen Sachen bin, sondern um beide Seiten anzuerkennen und sie zu umarmen. Ich habe erkannt, dass der innere Kritiker und der innere Rebell in mir tatsächlich innere Kinder sind. Diese Teile wurden sehr früh entwickelt, um in der Gesellschaft und im System zurechtzukommen und zu überleben. Der innere Kritiker ist sozusagen das, was Eltern, Kindergarten und Schule einem an Regeln auferlegt haben, damit man Ärger von anderen vermeidet. Man setzt sich selbst lieber unter Druck, um nicht von anderen unter Druck gesetzt zu werden. Der innere Rebell hingegen rebelliert gegen diese Regeln und sehnt sich nach Autonomie.

Diese beiden inneren Kinder haben ihre Berechtigung und ihren Grund, und sie sind nicht umsonst da. Wir müssen sie sehen und verstehen, dass sie uns schützen wollen, insbesondere die verletzlichen und rohen Teile in uns. Sie wurden in der Kindheit gebildet, um die beiden Grundbedürfnisse des Menschen zu erfüllen: das Bedürfnis nach Autonomie und das Bedürfnis nach Beziehung.

Es ist wichtig, diese Kinder in uns nicht als grausame oder verwahrloste Wesen zu betrachten, sondern zu erkennen, dass sie sich für uns geopfert haben, um uns zu schützen. Wenn wir diese Dynamik in uns erkennen und diese inneren Kinder annehmen, können wir uns von dem inneren Kampf lösen und entspannen.

Ich mag es, wenn es mehr Fragen als Antworten gibt

Ich habe keine Angst davor, Themen aufzubringen, die Fragen aufwerfen und Antworten liefern. Es bleibt spannend und kreativ und ermutigt die Zuschauer und Zuhörer zum Nachdenken und Forschen. Schlaf ist ein wichtiges Thema, da es eines der absoluten Grundbedürfnisse ist, ohne das wir nicht richtig funktionieren können.

Es ist entscheidend, dass wir uns um unsere Grundbedürfnisse kümmern, bevor wir uns mit Selbstverwirklichung und anderen Dingen beschäftigen. Oft brennen Menschen aus, weil ihr Fundament und die Deckung der Grundbedürfnisse nicht stabil sind.

Ich bin gespannt auf eure Fragen und Erfahrungen. Es öffnet sich eine neue Welt, und ich freue mich darauf, wie ihr mit euren inneren Teilen experimentieren werdet. Vielleicht könnt ihr eure Erfahrungen auf Instagram teilen oder unter dem Blog-Artikel. Ich freue mich auf euer Feedback und wünsche euch eine spannende Zeit mit euren inneren Teilen. Radikal entspannt sein und alles in uns erlauben zu können, ist das Motto. Macht's gut!

Herzlichst, Natalie 💜


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